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    Viele Wege führen nach Rom

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    Beitrag von Marc Lewon

    Die praktische Beschäftigung mit der Musik des Mittelalters setzte zwar schon im 19. Jahrhundert mit den vereinzelten Experimenten interessierter Mittelalterforscher ein, doch erst seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden ernsthafte Versuche unternommen, die Musik zwischen 1100 und 1500 wieder in den Kulturbetrieb zurückzuholen. Dabei haben sich im Laufe der Jahrzehnte verschiedenste Ansätze herauskristallisiert, wie Aufführende mit der musikalischen Hinterlassenschaft dieser fernen Zeit umgehen. Je nach persönlichem Hintergrund, Interesse und Motivation kann die praktische Auseinandersetzung dieser Musik heutzutage unter den vielfältigsten Zeichen stehen, die jeweils ihre musikalische Berechtigung einfordern dürfen: Sei es das Bedürfnis, über die Rekonstruktion von Instrumenten und dem Ausprobieren von Spieltechniken auf wissenschaftlichem Wege neue Erkenntnisse über vergangene Kulturen zu gewinnen, sei es der Wunsch, eine verlorene Klangwelt möglichst originalgetreu wiederzubeleben, oder seien es die Beweggründe, sich von historischen Abbildungen, Instrumenten oder Persönlichkeiten zu eigenen Kreationen inspirieren zu lassen, sich alter Melodien für neue Musik zu bedienen, wie das z.B. auf den so beliebten „mittelalterlichen Handwerkermärkten“ zu hören ist, wo zusätzlich Brücken zu Volksmusiktraditionen geschlagen werden.

    Und so erklärt es sich, daß unter dem Begriff „mittelalterliche Musik“ derart unterschiedliche Klangerlebnisse zusammengefaßt werden, wie sie in der zeitgenössischen Konzert- und CD-Landschaft anzutreffen sind.
    Mit dem Programm der ersten „Tage Alter Musik & Literatur in Worms – wunderhoeren“ wird versucht, dieser Vielfalt gerecht zu werden, die verschiedenen Ansätze zu Wort kommen zu lassen und so ein Kaleidoskop der Interpretationen und Klangwelten über die 11 Veranstaltungen hinweg zu präsentieren: Es finden sich Ansätze aus dem Bereich der experimentellen Archäologie, wie mit dem Ensemble Musica Romana zu hören sein wird. Es finden sich Konzerte, die dem Feld der historisch informierten Aufführungspraxis zugerechnet werden können, wie die Aufführungen der Ensembles La Mouvance, Les haulz et les bas, Andreas Scholl & Shield of Harmony sowie Paulinum. Die Verwendung mittelalterlicher Musik für neue Klänge läßt Ensemble Cosmedin hören, ebenso wie Oni Wytars, die sich überdies besonders auf die Aneignung von Volksmusiktraditionen spezialisiert haben – Traditionen, denen man auch über das Konzert des georgischen Antchis Chati Chor ganz hautnah nachspüren kann. Die Inspiration von historischen Persönlichkeiten und Texten von besonderer Strahlkraft wird durch den literarischen Teil des Festivals bestritten: bei Brückner & Erkens, sowie Dutli & Fuhrmann in einer Verbindung von altem Wort und neuem Ton, bei der Aufführung von Wortkino durch das theatralische Element.

    Dabei sind bekannte Stars ebenso zu hören und zu sehen, wie junge Ensembles und Musiker, die gerade ihre Karriere entfalten – eines aber haben alle Ansätze, alle Programme und Aufführenden gemein: sie interpretieren Geschichte mit kreativer Kraft und künstlerischem Gehalt. Ich freue mich, Ihnen das bunte, anspruchsvolle und unterhaltsame Programm präsentieren zu dürfen.



    TAGE ALTER MUSIK & LITERATUR IN WORMS